Adoption

Die Adoption ist im Rahmen der Nachfolgeplanung ein wichtiges Gestaltungsmittel. Durch eine Adoption ergeben sich weitreichende Folgen auch im Erbrecht. Vor allem für Personen ohne Kinder kann eine Adoption als Gestaltungsmittel in der Nachfolgeplanung ihren Einsatz finden.

Adoption Volljähriger

Nicht nur Minderjährige, sondern auch erwachsene Personen können sich adoptieren lassen.

Erbschaftssteuer

Mit Hilfe einer Adoption kann im Hinblick auf die Erbschaftssteuer, ein erheblicher Erbschaftssteuervorteil für die adoptierte Person herbeiführt werden. Nach der Adoption eines Erwachsenen, stehen diesem dieselben Steuerfreibeträge zu, wie sie einem leiblichen Kind gegenüber dessen Eltern zustehen.

Erbschaftssteuerfreibeträge:

I. Zwischen leiblichen Eltern und deren Kindern

  • Die Besteuerung erfolgt in der Steuerklasse I
  • Der Steuerfreibetrag beträgt: 400.000€

Beispiel: A und B sind verheiratet und haben keine leiblichen Kinder. Der alleinstehende Neffe (N) des A, dessen Eltern bereits verstorben sind, kümmert sich um A und B, da die beiden schon älter und auf Hilfe angewiesen sind. A und B möchten N daher zu ihrem Erben einsetzen.

  • Adoptieren A und B den N, so hat er einen Erbschaftssteuerfreibetrag von 400.000€.

II. Zwischen dem kinderlosen Ehepaar und der Person die Sie umsorgt

  • Die Besteuerung erfolgt in der Steuerklasse III
  • Die Steuerklasse 3 umfasst: Alle übrigen Erben, z. B. Lebenspartner, Tanten, Pflegekinder, Verlobte, Schwager und Zweckzuwendungen
  • Der Steuerfreibetrag beträgt: 20.000€

Zum oben genannten Beispiel:

  • Adoptieren A und B den N nicht, sind für N nur 20.000€ erbschaftssteuerfrei.

Der Unterschied zwischen den Steuerfreibeträgen ist immens.

Aber auch bei der Adoption von Erwachsenen darf der Steuervorteil zwar Neben aber nicht Hauptzweck der Adoption sein. Es muss von den Adoptierenden gegenüber dem Gericht dargelegt werden, welche äußeren Umstände bislang gegeben sind oder jedenfalls künftig konkret zu erwarten sind, die darauf schließen lassen, dass zwischen den Beteiligten ein natürliches „Eltern-Kind“ - Verhältnis besteht oder entsteht. Berücksichtigung finden auch die wirtschaftlichen Interessen der bereits vorhandenen leiblichen Kinder der künftigen Adoptiveltern sowie auch die der leiblichen Eltern der Person, die adoptiert wird. Um dies zu gewährleisten, ist eine Anhörung dieser Personen durch das Vormundschaftsgericht notwendig und unumgänglich.

Familienband

Es gilt darzulegen, dass der oder die Anzunehmende von den Adoptiveltern wie ein „Ersatzkind“ angesehen wird. Aspekte sind darzustellen, die belegen, dass über einen vergangenen Zeitraum von nicht unerheblicher Dauer, das Verhältnis zwischen den Beteiligten enger wurde. Im Laufe der Zeit sollte eine dauerhafte, seelisch-geistige Bindung entstanden sein, die über reine Sympathie und Freundschaft weit hinausgeht. Der Nachweis dieser Verbundenheit gelingt überwiegend mit Hilfe der Darlegung wie sich das Zusammenleben in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Einschneidende aber auch ganz banale Familiensituationen können hierbei geschildert und herangezogen werden um das Gericht davon zu überzeugen, dass eine Verbundenheit, die einem familiären Band zwischen einem erwachsenen Kind und den Adoptiveltern entspricht, entstanden ist.

Tipp zur Erbschaftssteuer

Auch die Stiefkinder des Erblassers fallen im Hinblick auf die Erbschaftssteuer in die Steuerklasse I. Wer sein Stiefkind testamentarisch zu seinem Erben einsetzt, der führt dadurch einen Steuerfreibetrag zu dessen Gunsten iHv. 400.000€ herbei. Es kann somit folglich eine Gleichstellung mit dem eigenen leiblichen Kind erreicht werden. In der heutigen Zeit in der die Patchwork-Familie auf dem Vormarsch ist, gilt es diesen Aspekt in besonderem Maße bei der Nachfolgeplanung zu beachten.Statistik

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Erbrechtliche Auswirkungen

Die Adoption hat auch Auswirkungen auf das Erbrecht. Ist eine adoptierte Person nicht verheiratet und hat keine Kinder, dann wird sie sowohl von ihren Adoptiveltern wie auch von den leiblichen Eltern beerbt. Diese erben nebeneinander und zu gleichen Teilen. Haben Adoptiveltern mehrere „Adoptivkinder“ in ihre Obhut, steht diesen untereinander kein gesetzliches Erbrecht zusteht. Insoweit besteht ein Unterschied zu leiblichen Geschwistern. Dies gründet darin, dass zwischen mehreren Adoptivkindern derselben Adoptiveltern kein Verwandtschaftsverhältnis begründet wird.


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